Passivenergiehaus Bautagebuch - Die Vorgeschichte

Wir wohnen mit unseren drei Kindern seit dem Jahr 2000 in einer 103m² Eigentumswohnung in einer 4000 Seelen Gemeinde circa 20km südwestlich von Stuttgart.
Seit Mitte 2003 waren wir auf der Suche nach einem neuen Heim für unsere Familie, da die Wohnung trotz des großen Gartens langsam aber sicher zu klein wurde. Leider sind wir auf dem Markt für Grundstücke und Gebrauchtimmobilien lange Zeit nicht fündig geworden. Bedingt durch die niedrige Arbeitslosigkeit in unserer wirtschaftsstarken Region und die gleichzeitige Naturnähe besteht ein starker Siedlungsdruck durch den beständigen Zuzug von Menschen aus anderen Regionen Deutschlands. Dadurch ergeben sich dann leider eine geringen Verfügbarkeit und hohe Preise für Immobilien.
Zunächst waren wir nur auf der Suche nach einem "normalen" Haus. Durch einige Gespräche mit einem Kollegen wurde ich für das Thema Energieeinsparung bei Häusern sensibilisiert. In den folgenden Monaten beschäftigte ich mich immer wieder mit dem Thema und nach und nach wurde mir klar, dass unser neues Haus nach energetischen Aspekten hin optimiert werden sollte. Dadurch schieden dann auch einige dann auf dem Tapet erschienene Gebrauchtimmobilien aus, bei denen er Aufwand für eine entsprechende Isolierung einfach zu hoch gewesen wäre. Auch ein sehr großes Neubaugebiet in der Nachbargemeinde schied aus, da es sich in allernächster Nähe zum Anflugkorridor des Stuttgarter Flughafens befindet, eine 400kV Hochspannungsleitung direkt daran vorbeiführt, ein UMTS-Sendemast auf der anderen Seite steht und das Schulzentrum eher dagegen sprachen. Ausserdem waren Preise von bis zu 510€/m² plus Maklercurtage einfach deutlich jenseits dessen, was wir bereit waren zu zahlen.
Ende 2005 haben wir uns dann in die Warteliste für die Gemeindegründstücke eines winzigen neuen Baugebiets eintragen lassen. Damals wurden uns mitgeteilt, dass wir uns an Position 40 der Warteliste befänden, wir sollten aber noch über unsere familiären Gegebenheiten Auskunft geben, da diese zu einer Verbesserung der Ranglistenposition führen würden.
Im Februar 2006 erhielten wir dann einen Brief von der Gemeinde, worin uns mitgeteilt wurde, dass wir auf Ranglistenposition vierzehn für zwei Grundstücke der Gemeinde stünden. Von der gewünschten Rückantwort, ob weiterhin Interesse an den Grundstücken bestünde, haben wir dann abgesehen, da wir uns als zwölften Verlierer sahen und wir keine realistische Chance sahen, eines der Grundstücke zu erhalten.
Drei Wochen später kam dann ein Anruf von der Gemeinde, wie es um unser Interesse an den Gründstücken stünde, da nur noch ein Interessent vor uns in der Rangliste wäre und es auch hier eher fraglich wäre ob er es denn haben wolle.